Blatt

L GS 13111

Kassel, Staatliche Museen, Graphische Sammlung - Zope-Id: 12321

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Vorschaubild
Originalscan
Ort Kassel
Institution Graphische Sammlung
Teilbestand
Signaturen L GS 13111
Gegenstand Wilhelmsthal, Schloß, Entwurf zum Garten, Plan mit Darstellung der Mittelachse
Künstler unbekannt, ()
recto recto Zeichnung Zeichnung
Beschriftung Beschriftung  /  Beschriftung  /  Beschriftung  /  Beschriftung
Skala Maßstab
verso verso
Stempel
Wasserzeichen Krone über Wappenschild mit Lilie, unten anhängend Glocke, darunter "V"
Papierqualitaet Papier
Papierfarbe
Größe 755 x 998 mm
Zustand
Montierung
Datierung 1749 (um)
Bauwerk
Bauwerk-Links
Schriftquellen
Zeichnungen
Stiche
Fotos
CAD
Literatur
Kommentar Der von einem unbekannten Zeichner (Dittscheid schreibt den Plan Simon Louis Du Ry zu, Dittscheid 1983, S. 685) ausgeführte Gartenplan konzentriert sich im wesentlichen auf die Darstellung der von Ost nach West verlaufenden mittleren Hauptachse der spätbarocken, im Umriß fünfeckigen Gartenanlage von Wilhelmsthal, an deren Gestaltung Ulrike Schmidt-Möbus zufolge spätestens seit 1752 gearbeitet wurde (Schmidt-Möbus 1995, S. 123). Sie revidiert damit die seit den Veröffentlichungen von Bleibaum vertretene Auffassung, daß die Arbeiten an dieser Gartenachse erst nach Beendigung der Südachse einsetzten (Bleibaum 1926, S. 28 und Bleibaum 1932, S. 32f.).\nVon dem kleinen, rosa lavierten Schloßgebäude am unteren Rand aus erstrecken sich die in großen Teilen nur als Umriß ausgeführten Teilabschnitte der barocken Gartenanlage. Dem Schloß unmittelbar gegenüber liegt die Kaskade mit ihrem kleeblattförmigen Wasserbecken. Die Kaskade wird aus einem ovalen Wasserbecken gespeist, mit dem sie durch einen schmalen Kanal verbunden ist. Ursprünglich kommt das Wasser jedoch aus einem großen ovalen Reservoir, das in der oberen Blatthälfte prominent eingezeichnet ist. Wasserbecken und Kaskade wurden grün laviert und mit Schattierungen versehen, die den Versuch einer plastischen Gestaltung erkennen lassen. In gleicher Absicht hat der unbekannte Zeichner auch die Erhebung unterhalb des großen Wasserreservoirs durch sich zur Mitte hin verstärkende Feder- und Pinselstriche hervorgehoben. Wie bereits Hallo bemerkte, handelt es sich dabei um den "Weinberg", der in Gestalt einer mandelförmigen Kuppe bereits auf dem ersten überlieferten Plan der damals noch Amelienthal genannten Anlage von Leopold aus dem Jahr 1723 eingetragen ist (Hallo 1930/2, S. 70, Anm. 1). Die farbige Ausführung einzelner Gartenbereiche findet sich weiterhin bei einer durch eine Seitenachse geteilten Heckenpartie nördlich (auf der Zeichnung links) der Mittelachse und bei der an die Gartenanlage anschließenden freien Waldlandschaft im oberen Blattabschnitt. Eine Besonderheit erlangt der Plan im Vergleich mit den anderen Wilhelmsthal-Plänen durch die beiden Schnitte A-B und C-D, die zusammen mit zwei Profilzeichnungen entsprechende Höhenunterschiede des Geländes kennzeichnen. \nDie Datierung des Blattes wurd durch die Benennung eines topographischen Punktes ermöglicht. Der Bezeichnungstext "die noch übrige Leemenwand" läßt sich mit einer Erwähnung im Nachlaßinventar Wilhelms VIII. in Zusammenhang bringen, die auf den Abbruch von Lehmwänden an anderen Stellen des Gartens in den Jahren 1747/48 hinweist (Hallo 1930/2, S. 70; zur vorherigen Datierung des Nachlaßinventars Bleibaum 1926, S. 19; zuletzt Schmidt-Möbus 1995, S. 54). Der sich hieraus ergebende terminus post quem läßt eine Datierung des Planes um 1749 zu. \nZwar entspricht die Aufteilung dem Gartenplan von Fünck (Marb. Dep. 9; vgl. Schmidt-Möbus 1995, S. 59), die vorliegende unvollendete Zeichnung steht jedoch im Hinblick auf die detailreiche und gestalterisch überzeugende Ausführung des Fünck-Planes deutlich hinter jenem zurück.
Autor MH