Blatt

Marb. Dep. 254,2

Kassel, Staatliche Museen, Graphische Sammlung - Zope-Id: 13640

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Vorschaubild
Originalscan
Ort Kassel
Institution Graphische Sammlung
Teilbestand
Signaturen Marb. Dep. 254,2
Gegenstand Kassel, Entwurf zum Aueabhang, Plan
Künstler Bourguignon, Pierre (Gärtner)
recto recto Zeichnung Zeichnung
Beschriftung Beschriftung  /  Beschriftung  /  Beschriftung  /  Beschriftung
Skala Maßstab
verso verso
Stempel
Wasserzeichen Wappenschild mit zwei Schrägbalken
Papierqualitaet Papier
Papierfarbe
Größe 206 x 167 mm
Zustand
Montierung
Datierung 1782
Bauwerk
Bauwerk-Links
Schriftquellen
Zeichnungen
Stiche
Fotos
CAD
Literatur
Kommentar Im Jahr 1782 war Pierre Bourguignon damit beauftragt worden, den Friedrichsplatz nach den Plänen Simon Louis Du Rys umzugestalten und den daran anschließenden Aueabhang zur Orangerie neu zu gestalten (StAM Best. 53f, 365: "Einrichtung des Berges zwischen dem Friedrichs-Thor und der kleinen Fulde"). In diesen Zusammenhang gehört vermutlich dieses kleinformatige Blatt aus dem Klebeband "Plans von Fürstlichen Gärten in Hessen" (Blatt 1b). Die Wallanlagen in diesem Bereich waren ab 1767 niedergelegt worden und nur eine kleine Hafenanlage erinnerte noch an den ehemaligen Wallgraben. Um 1770 wurde wahrscheinlich das hochaufragende Rondell am oberen Abhang unterhalb der Rennbahn angelegt, das erstmals 1768 in einem Projekt von S. L. Du Ry erscheint (Katalog Kassel 1979, Kat.Nr. 224) und im Stadtplan von 1781 (Holtmeyer 1923, Taf. 15) eingezeichnet ist. In diesem Plan sieht man links anschließend eine regelmäßige rechteckige Baumpflanzung (möglicherweise eine Maulbeerplantage), die im Tal kurz vor dem Hafen endet. Unterhalb des Friedrichstors zog sich der Weg in zwei ineinander übergehenden kreisförmigen Rampen bis zur Fulda.\nBourguignon konzipierte demgegenüber im oberen Bereich direkt am Paradeplatz eine "Ereguleure Maulbeern Plantage", baumbestandene Wiesen, die von sich schlängelnden Wegen durchzogen sind. Ein Rasenrondell, das im vorderen Bereich von einer laubenartig geschnittenen Hecke eingerahmt wird, leitet über zu dem steileren, terrassenartig gegliederten unteren Garten. Wiesenstücke mit "Kumps" - womit wohl englische "clumps" gemeint sind, also kleine, runde Pflanzungen - durchzogen von gewundenen Pfaden bedecken die untere Terrasse, die durch symmetrisch angelegte Rampen zugänglich ist. Die "Abfahrt" direkt unterhalb des Friedrichtors, gebildet durch Rampenwege in Form einer liegenden Acht, wird hervorgehoben durch Springbrunnen - zwei runde Wasserbecken am oberen, ein schmales querrechteckiges am unteren Hang.\nKeiner der bekannten Stadtpläne belegt die Umsetzung dieses Gestaltungsvorschlags, vielmehr scheint es bei der aus dem Plan von 1781 bekannten Gestaltung des Abhangs mit dem Rondell unterhalb der Rennbahn, der regelmäßigen Baumpflanzung im oberen Hangabschnitt und dem kleinen Hafen an der Fulda geblieben zu sein. Allerdings zeigt ein Plan von 1803 von G. W. Weise (vgl. Katalog Kassel 1979, Kat.Nr. 227) eine Einebnung des Geländes unterhalb der Rennbahn in eine baumbestandene Wiese, die nur von einfachen Wegen durchzogen ist. Auch der neben der Abfahrt gelegene kleine Hafen, ein Überbleibsel des alten Festungsgrabens, scheint zu dieser Zeit aufgefüllt worden zu sein. Die Schleife der Abfahrtsrampen unter dem Friedrichstor existierte weiterhin als "Malien-Bahn" (später "Maille-Bahn") und wurde erst im Zusammenhang mit dem Bau der Chattenburg nach einem Entwurf von Jussow vor 1820 in eine s-förmige Abfahrt verändert.
Autor UH