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GS 12451

Kassel, Staatliche Museen, Graphische Sammlung - Zope-Id: 7608

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Vorschaubild
Originalscan
Ort Kassel
Institution Graphische Sammlung
Teilbestand
Signaturen GS 12451
Gegenstand Kassel, Oberneustadt, Entwurf mit Residenzschloß, Lageplan mit Vogelschauansicht
Künstler unbekannt, ()
recto recto Zeichnung Zeichnung
Beschriftung Beschriftung
Skala Maßstab
verso verso
Stempel
Wasserzeichen -
Papierqualitaet Papier
Papierfarbe
Größe 519 x 443 mm
Zustand
Montierung
Datierung 1714 (um)
Bauwerk
Bauwerk-Links
Schriftquellen
Zeichnungen
Stiche
Fotos
CAD
Literatur
Kommentar Die Kasseler Oberneustadt, südwestlich der Altstadt außerhalb der Befestigung gelegen, wurde ab 1688 entlang eines regelmäßigen Straßensystems nach Entwürfen von Paul du Ry neu angelegt (Schweikhart 1983, S. 10; Heppe 1995, S. 170f.). In diesem Zusammenhang entstand offenbar der vorliegende Plan, der eine barocke Dreiflügelanlage als nordwestlichen Abschluß des von einer massiven Befestigungsanlage umschlossenen Viertels vorsieht. Anders als beim alten Landgrafenschloß hätte hier die Möglichkeit bestanden, den Bau zur Stadt hin zu öffnen und auf das geplante Gliederungssystem auszurichten.\nIm Zentrum des in Vogelperspektive wiedergegebenen Schloßbaus steht ein dreistöckiger Flügel, hervorgehoben durch einen vierstöckigen Mittelpavillon mit einem ungewöhnlichen Tonnendach, das quer auf das Walmdach aufgesetzt ist. Dieser Mittelbau wird beidseitig flankiert von schlichten, zweistöckigen Vierflügelbauten mit Satteldach. Diesem barocken Prinzip der Subordination folgen auch die anschließenden, mit gleichmäßig aufgereihten Zwerchgiebeln versehenen Häuserreihen, die möglicherweise den Hofstaat beherbergen sollten. \nEin in wichtigen Merkmalen und der Handschrift übereinstimmender, aber weiter ausgeführter und zum Teil beschrifteter Plan (ehemals Landesbibliothek Kassel; vgl. Boehlke 1980, Abb. S. 12) vervollständigt die vorliegende Zeichnung mit einem präzisen Entwurf für den Berggarten am Aueabhang. Das entsprechende Gelände wurde allerdings erst 1763 komplett von Landgraf Friedrich II. erworben (vgl. den Plan Marb. Dep. 254,36). In beiden Blättern sind übereinstimmend die Karlskirche, 1706 im Äußeren vollendet, und das 1714 fertiggestellte Observatorium (Palais Bellevue) eingetragen. Man kann deshalb davon ausgehen, das die Zeichnungen etwa um 1715 entstanden sind. \nBeide Entwürfe sind als Idealpläne anzusehen, die innerhalb ausgedehnter Festungsanlagen in der Oberneustadt den Neubau eines barocken Schlosses und weitläufiger ausgedehnter Terrassengärten am Aueabhang vorsahen. Die Idee eines neuen Residenzschlosses hat Landgraf Karl bekanntlich mehrfach beschäftigt. Mehrere Architekten lieferten dafür Entwürfe (Heppe 1995, S. 170ff.; vgl. die Pläne von Louis Remy de La Fosse GS 1359a und L GS 1359b), ohne daß es tatsächlich zu einer Realisierung der Pläne kam.
Autor UH