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GS 15347

Kassel, Staatliche Museen, Graphische Sammlung - Zope-Id: 9281

Vorschau
Vorschaubild
Originalscan
Ort Kassel
Institution Graphische Sammlung
Teilbestand
Signaturen GS 15347
Gegenstand Antikisierende Deckenverzierung nach Ponce
Künstler Wolff, Johann Conrad (Zeichner)
recto recto Zeichnung Zeichnung
Beschriftung Beschriftung
verso verso
Stempel
Wasserzeichen -
Papierqualitaet Transparentpapier
Papierfarbe
Größe 514 x 335 mm
Zustand
Montierung
Datierung 1789 (nach)
Bauwerk
Bauwerk-Links
Schriftquellen
Zeichnungen
Stiche
Fotos
CAD
Literatur
Kommentar Die hier vorliegende Federzeichnung mit unvollendeten Arabeskendarstellungen stellt Gewölbeverzierungen aus dem Nymphaeum dar, das Teil einer Anlage von Neros "domus transitoria" auf dem Palatin war. In dem Arabeskenwerk von Nicolas Ponce bildet diese Gewölbeverzierung den dritten präsentierten Kupferstich (Ponce 1789). Die gesamte Darstellung setzt sich aus acht Medaillons zusammen, die in zwei Reihen mit halbierten Medaillons an der Ober- und Unterkante angeordnet sind. In jedem Medaillon befindet sich ein kleiner Kreis mit einzelnen oder paarweise tanzenden Figuren, die von blattartigen floralen Arabesken umrahmt werden. In den zwischen den Kreisen entstehenden Rautenformen sind Medaillons mit tanzenden Frauenfiguren plaziert.\nDie Darstellung wurde erstmals in Montfauçons Zusatzband seiner "L'Antiquité expliquée" (Paris 1724, Bd. III, Taf. XL) publiziert. Zudem existieren Zeichnungen von Bartoli von diesem Gewölbe. Die Dekoration der tonnengewölbten Bibliothek in Arbury Hall, Warwickshire, die 1761 bei einer Renovierung des Gebäudes durchgeführt wurde, erweist sich als identisches Gegenstück der Ponce-Abbildung, so daß Joyce dem Kupferstich von Ponce mehr Zeugniswert beimißt als den anderen veröffentlichten Darstellungen. Abgesehen von der Kolorierung liegt der einzige Unterschied zwischen dem Gewölbe und dem Kupferstich in der Erhöhung der dargestellten Medaillons. Joyce schlußfolgert, daß originalgetreue Kopien dieses Gewölbes im Umlauf gewesen sein müssen, von denen eine ihren Weg nach England und eine andere nach Paris fand (Joyce 1989, S. 185).
Autor MH